Ein Kopf - viele Gesichter

Bildungshaus Sodalitas

Ausstellung 5. 9. – 6. 10. 2017

Tainach/Tinje

Ein Kopf  - viele Gesichter

one head - many faces

ena glava - veliko obrazov

 

 

Eröffnung am 4. September 

Begrüßung, einführende Worte

Josef Kopeinig

zur Ausstellung:

Philip Kuttnig , David Holzinger

 


Künstler/innen

Projektbeschreibung



“Ein Kopf - Viele Gesichter” Der Mensch eignet sich mehrere Gesichter an. Diese Gesichter stehen wiederum für das Verhalten und dessen Rollen im sozialen Raum: sei es als animal laborans, als homo faber, als zoon politcon oder animal rationale. Es ist ein teils unbewusst und teils bewusst, wahrgenommenes, gesellschaftliches Ordnungsmuster, das für jedes einzelne Gesellschaftsmitglied gilt und fortwährend durch das soziale Rollenspiel aufrechterhalten wird.

 

Wenn eine Person in einer bestimmten Situation handelt, so wird sie wiederum von anderen in deren subjektiven Betrachtungen wahrgenommen. Doch wenn sich das Individuum bewusst verändert, sich verkleidet, so wird mit der Wahrnehmung des Gegenübers herausfordernd gespielt. Nehmen wir zum Beispiel an jemand verkleidet sich als Obdachloser und geht in seinen Supermarkt um die Ecke um einzukaufen.

 

Er nimmt sich einen Einkaufswagen, fährt die Regale ab und begrüßt die Mitarbeiter des Geschäftes. Dieser Jemand wird höchstwahrscheinlich, obwohl er sonst doch jede Woche in diesem Supermarkt einkauft, völlig anders behandelt werden. Wird er doch auf Fassungslosigkeit, Verwirrung und gegebenenfalls sogar auf Wut stoßen. Bricht er doch mit einer Konvention im üblichen Theaterreigen, die da besagt ein übelriechender Obdachloser kann keinen herkömmlichen Wocheneinkauf tätigen. Dieses Beispiel soll nur zeigen wie sich eine rein äußerliche Veränderung eines Menschen auf seine Zeitgenossen auswirken und sie aus ihrer täglichen Routine werfen kann.

 

Holzingers Portraitsammlung aus den letzten Jahren zeigt wie sehr sich ein Mensch nur durch optische Veränderung in einen völlig anderen verwandeln und somit den Betrachter täuschen kann. Ist es doch immer derselbe Schauspieler, nur in einer anderen Rolle. Das Projekt thematisiert Masken, sowohl in ihrer gesellschaftlichen, als auch in ihrer künstlerischen Funktion und Bedeutung. Es geht um Masken, „(...) welche die Gesellschaft ihren Mitgliedern zuweist, ebenso wie jene welche das Individuum in seinen psychologischen Reaktionen gegen die Gesellschaft für sich selbst fabriziert“.

 

Die vorliegende, künstlerische Arbeit widmet sich der Auflösung und der Neukonstruktion dieser Maskeraden. Sie möchte den Betrachter provozieren, polarisieren, zum Nachdenken animieren und damit in die Lage versetzen den Schwarz-Weiß-Habitus vielleicht hinter sich zu lassen und somit nicht nur die vielen Grauschattierungen zu erkennen, sondern sogar Farbe zu sehen. “Die soziale Welt ist eine Bühne, eine komplizierte Bühne sogar, mit Publikum, Darstellern und Außenseitern, mit Zuschauerraum und Kulissen"

 



Veranstaltungsort


 

Bildungshaus Sodalitas

Propsteiweg 1

9121 Tainach/ Tinje

 

Öffnungszeiten: 8:00 - 19:00 Uhr

http://www.sodalitas.at/news/index_sl/